Mobbing-Barachiel e.V.
Jedes Kind kann Opfer sein

Schulwechsel....

Der erste Gedanke an Schulwechsel kam auf, als die Schwierigkeiten immer massiver wurden!
Einfach die Schule wechseln und alle Probleme wären weg. Aber man unterschätzt erst einmal die Regelungen und die Gewohnheit eines Kindes. Obwohl unser Kind furchtbar gelitten hatte, ein Schulwechsel kam nicht in frage. Zu groß war die Angst vor Neuem, vor dem Unbekannten! Bis zum Schluss blieb die Hoffnung es hört irgendwann auf.
Während der Klinikzeit war es dann nicht mehr aufzuhalten, wir mussten weg! Nicht nur schulisch, auch unser Umzug war eine beschlossenen Sache. Nicht nur unser Kind wurde Opfer, sondern auch die ganze Famile inklusive Hund.. Ich selber traute mich nicht mehr vor das Haus. Einkaufen konnte nur noch mein Mann und die Geschwister waren sozial auch komplett zurück gezogen.

Nach Gesprächen in der Klinik und mit der Lehrerin der Klinikschule, begaben wir uns auf Schulsuche! Wir wollten alles richtig machen.
Besichtigten und Hinterfragten, machten uns im Internet schlau und legten unseren Fokus einzig und alleine auf die sozialen Kompetenzen.
Endlich hatten wir sie gefunden! Eine Schule mit Inklusions Hintergrund, nach einem guten Gespräch mit der Schulleitung  wo wir offen und ehrlich alle Diagnosen vorlegten, meldeten wir unser Kind an. Der Umzugswagen war gebucht und durch die tolle Betreung in der Klinik waren wir wieder gestärkt und voller Zuversicht.
Kurz vor der Entlassung brachten wir gemeinsam mit der Psychologin unserem Kind ganz behutsam die zukünftigen Veränderungen nahe. Auch wenn sechs Monate Psychatrie eine sehr lange Zeit ist, so stand fest das eine komplette Gesundung wenn überhaupt in weiter Ferne stand.
Die Schule war wesentlich größer als die alte und wir nahmen mit unserem Kind eine Besichtgung vor; mit entsprechnder Skepsis aber auch einer gewissen Hoffnung stimmte es dem Schulwechsel zu.
Also neuer Ranzen, neue Kleidung, neue Wohnung , neues Leben.

Die ersten vier Wochen waren perfekt!
Ich versuchte aus meiner permanenten Anspannung raus zu kommen, nicht mehr beschützen zu müssen...
Und als die ersten Beschwerden kamen, war mein erster Gedanke, geht vorbei, davon kann es keine Wiederholung geben! Die Schulleitung wusste über die ganze Geschichte Bescheid, sie würde doch dafür sorgen das es keine Neuauflage geben würde!  Aber mit der Zeit es war nicht mehr von der Hand zu weisen, unser Kind fiel in die alten Verhaltensmuster zurück: stundenlanges Schreien, Hausaufgaben Terror und wieder Einsamkeit.
Diesmal warteten wir nicht, direkte Meldung und die Bitte um ein Gespräch, mit der Schulleitung.
Selbstbewusster und direkter. Das Erstaunliche war, dass wir eine neue Mischung von Mobbing erlebten... Nicht nur Kinder diesmal, sondern auch Lehrer. Permanent wurde unserem Kind gedroht mit furchtbaren Konsequenzen, alles was in der alten Schule erlernt wurde, war in der Neuen falsch. Sogar das Schriftbild wurde kritisiert und alle nicht korrekten Buchstaben waren durchgestrichen. Die Mengen der Hausaufgaben waren gigantisch, alles musste aus dem Unterricht neu geschrieben werden.
Unser Kind war nur noch am rotieren, alles war wir mühsam aufgebaut hatte, drohte kaputt zu gehen. Unser Ergo-Therapeut war entsetzt über die Rückschritte und der Psychologe versuchte mehrmals an die Klassenlehrerin zu appelieren. Die Schulleitung stand auf unserer Seite und versuchte ebenfalls durch Gespräche die Klassenlehrerin zur Vernunft zu bringen
Jedoch ergebnislos!
Nach einem erneuten Gespräch mit der Klassenlehrerin wo wir nochmals auf die Geschichte von unserem Kind hingewiesen hatten und die Diagnostik, kam eine Aussage, Die für uns das Ende bedeutete, wir wussten das nichts mehr zu erreichen war: ES GIBT KEINE KRANKEN KINDER NUR UNERZOGENE
Schulsozialarbeiter wurden trotzdem dazu gezogen, aber es war immer die selbe Aussage hinter vorgehaltener Hand, zu alt, zu festgefahren, zu unflexibel, aber da kann man auch nix mehr verändern! Die Lehrerin ist einfach so, sie wartet auf ihre Rente. Ein Klassenwechsel war nicht möglich wegen der Kapazität. Einfach abwarten, hieß die Endlösung.
Wir warteten auf nichts mehr!

Der gesundheitliche Zustand von unserem Kind wurde wieder schlechter und die Schulbefreiung wurde ausgestellt!
Mit unserem Psychologen wurde hin und her überlegt, wie könnte es weiter gehen, wann würde unser Kind endlich zur Ruhe kommen... Und wie?
Nach dem letzten Gespräch zwischen Psychologe und Klassenlehrerin stand fest, dass es unserem Sprößling nicht erspart bleiben würde nochmals zu wechseln.
Also alles wieder auf Anfang! Ich hätte nur noch heulen können. dieses Gefühl geplatzter Hoffnungen ist furchtbar.
Sonderschule wäre jetzt noch eine Möglichkeit! Aber unser Kind war überdurchschnittlich Intelligent hatte große Träume, würden die jetzt platzen wegen der Inkompetenz einer Lehrerin die sich einfach weigerte den Tatsachen ins Auge zu sehen?

Wir diskutierten familienintern lange darüber. Diese Schule wäre vielleicht eine Lösung aber keine die uns gefiel.
Auch psychisch kranke Kinder unterliegen der Schulpflicht, und die Polizei meldete sich bei uns. Wir hatten alle Atteste an die Schule weiter geleitet... Angeblich kamen keine an. die Polizei sah sich die Atteste an und wir erzählten unsere Geschichte. Sie standen betroffen vor uns, aber eine Lösung hatten die auch nicht.

Da wir aber nichts kategorisch ablehnen was wir nicht wirklich kennen, machten wir ein Gesprächstermin mit der ortsansässigen Schule für Lernhilfe.
Uns erstaunte es zwar das ausdrücklich ein Besuch mit unserem Kind erwünscht wurde, aber wir stimmten zu. Unserem Sprößling hatten wir nicht gesagt, dass es sich um eine besondere Schule handelte. Wir wollten das er völlig frei sich dem Gespräch widmen konnte.