Mobbing-Barachiel e.V.
Jedes Kind kann Opfer sein

Der Grund warum Barachiel entstand

Unsere Geschichte

Die Würde des Menschen ist unantastbar!

Jedes Kind hat das Recht auf Unversehrtheit beim Besuch der Schule!

Gesetze, nicht erfunden oder für den Moment gemacht, sondern Regeln!

Gebote, deren Konsequenzen strafrechtlich verankert sind.


Auch Kindern bringt man Regeln bei. Es sollte mit „Bitte“ und „Danke“ beginnen, mit einem Sozialgrundverhalten enden, sodass diese Kinder ein Teil unserer Gesellschaft werden können. Als Eltern hat man jeden Tag neue Aufgaben zu bewältigen, Erziehungsfähigkeit von Geburt an.

Man liebt sein Kind, lässt es wachsen, um ein Individuum zu werden. Man möchte es eine Kindheit bieten, aus dessen Ressourcen es einmal als Erwachsener profitieren kann. Schaut über kleine Schwächen hinweg, denn das macht das Kind so besonders.

Die Kindergartenzeit kommt. Im Vorfeld erzählt man dem Kind, wie schön es ist, mit anderen zu spielen, Gemeinschaft zu entdecken. Doch das Kind wird abgelehnt. Als Elternteil bestärkst du, versprichst eine Änderung, baust auf und überredest es, jeden Tag einen Neuanfang zu wagen. Und das Kind vertraut und glaubt. Man holt sich Hilfe von Erziehern, Menschen, die dafür ausgebildet sind, kleine Seelen zu retten. Doch man wird vertröstet, als überempfindlich dargestellt, und man beginnt, an sich zu zweifeln. Da es keine Kindergartenpflicht gibt, lässt Du Dein Kind draußen, um es vor weiterer Ablehnung zu beschützen. Damit wird ihm viel genommen, aber auch viel erspart.

Man hofft auf die große Wende mit Beginn der Schulzeit. Man versucht den Kindergarten als abgeschlossenes Kapitel zu betrachten. Man beginnt, es besser machen zu wollen. Überlegt, ob es an Kleidung, Haarschnitt oder ähnlichem gelegen hat. Man ändert alles und bestärkt sein Kind. Alle Hoffnungen werden mit der Schultüte zusammen überreicht. Der große Tag kommt und der kleine Mensch mit großem Ranzen betritt die Tür zum Ernst des Lebens. Das Kind strahlt, ist bis in die Haarspitzen motiviert. Die Einschulung ist erfolgt. Ab jetzt geht es aufwärts, endlich muss man loslassen dürfen.

Doch die strahlenden Augen werden immer leerer. Keine Einladung zum Spielen, keine auf einen Geburtstag. Das Kind wird immer ruhiger. Es weint sehr viel, spricht ununterbrochen, aber man versteht es nicht. Vielleicht braucht alles seine Zeit, tröstet man sich und sein Kind. Man kauft Spielsachen, die die anderen auch haben, damit es nicht zurück steht, geht jeden Tag auf den Spielplatz, mit der Hoffnung, dass das Kind einen neuen Freund findet.

Dann der Geburtstag, alle sind eingeladen, das Haus ist geschmückt, der Kuchen steht auf dem Tisch. Wochenlang hat man überlegt, welche Spiele, welche Präsente die Richtigen sind. Stunde um Stunde vergeht, niemand kommt, keine Absage, kein Anruf. Der Wachs tropft auf den Kuchen. Du versuchst, Ausreden, Erklärungen zu finden und hörst dir selbst fassungslos zu. Dein Kind ist unglaublich enttäuscht zu Bett gegangen. Eine Million von Rädern drehen sich in Deinem Kopf, Du spürst den Schmerz von Deinem Kind und weißt, kein Pflaster der Welt wird diese Wunde schließen können.

Elternabend, fest vorgenommen, die anderen Eltern um Hilfe zu bitten, zu hinterfragen. Eisiges Schweigen, Rücken werden zugewendet. Also Lehrerin kontaktieren. Sie nimmt die Bedenken nicht ernst. Das würde sich geben, Geduld! Es ist erst ein Schuljahr vorbei, alles braucht Zeit. Eltern, Spielpartner, alles vermischt sich. Man holt CD's mit Mutmachlieder. Man erzählt Geschichten von Außenseiter, die wahre Freunde gefunden haben.

Das 2. Schuljahr beginnt, alle ein bisschen reifer geworden, die Hoffnungen sind wieder gewachsen.

Der 1. Tritt gegen Dein Kind, der erste Schlag. Du bist unsicher, gleich Meldung machen und damit vielleicht etwas verbauen? Man wartet ab, beobachtet und leidet. Dann endlich ein Junge, der zum Spielen kommt. Man ist überglücklich, das Warten hat sich gelohnt. Dann die tränenreiche Beichte Deines Kindes. Es hat 5 Euro die Stunde für gemeinsames Spielen bezahlt.

Man beginnt Wut aufzubauen, Hass entwickelt sich langsam. Wieder Lehrer-Gespräch, diesmal deutlicher von uns, auch deutlicher von ihr : Wir haben eben ein Außenseiter-Kind.

Warum und wieso wird nicht beantwortet. Blaue Flecken, Schürfwunden nicht mehr zu übersehen. Gespräch mit dem Kind, ein Name fällt. Anruf bei dessen Eltern. Alles wird abgestritten, ist niemals passiert.

Dein Kind fängt an zu zerbrechen. Man holt es ab, bringt es in die Schule, beschützen und bewahren.

Zertretene Brote, kaputte Sachen, immer und immer wieder Gespräche, bitten um Hilfe.

Bilder werden gefunden, versteckt zwischen Büchern. Sie zeigen in aller Detailliebe, wie der Täter umgebracht wird. Gemalt vom eigenen Kind. Selber fängt man an zu zerbrechen, doch Stärke ist gefragt. Die Bilder werden der Direktorin gezeigt. Endlich nimmt man uns ernst. Psychologin vom Schulamt wird geholt, wieder Hoffnung.

Das Kind braucht inzwischen Traumreisen und Entspannungsmusik, um einschlafen zu können. Die Gewichtsabnahme ist nicht mehr zu übersehen.

Erste Erkenntnis der Schulpsychologin, das Kind gehört nicht zur Klassengemeinschaft! Ja und weiter? Alles braucht seine Zeit, wir werden sehen.

Nach dem zu Bett gehen nimmt Dich das Kind in den Arm und erklärt dir, dass es sich umbringen wird, wenn es weiter in die Schule gehen muss. Die Angst beginnt, man beobachtet noch mehr, beginnt sogar zu beten das Hilfe kommt.

Man sucht den Täter auf und versucht, so freundlich wie möglich zu erklären, wie sehr das Kind leidet und gibt dem Täter damit einen Anstoß für weitere Grausamkeiten. Dein Kind wird immer blasser und weniger, die Bilder immer mehr und häufiger.

Drittes Schuljahr, die Sommerferien so schön wie möglich verbracht, neue Kraft und Zuversicht. Kinderpsychologe gefunden, nach Empfehlung der Schule. Es muss an unserem Kind liegen, es ist zu sensibel, wurde festgestellt.

Also versuchen wir, es härter zu machen, stecken es in die Feuerwehr und zu den Pfadfindern. Doch unser „weiches“ Kind kommt damit nicht klar. Nervenzusammenbruch – 6 Stunden am weinen. Wir können nicht mehr, halten diese Machtlosigkeit nicht aus. Der Arzt nimmt dem Kind Blut ab. Kaum noch weiße Blutkörperchen, Störungen im Herz, Werte wie ein hochgradig gestresster Politiker mit 8 Jahren.

Sofort Schulbefreit, unser Kind sitzt meistens unter dem Küchentisch, weil Er es da nicht finden kann. Gewicht 20 kg, gewachsen ist er auch nicht mehr, zu viel Stress. Das Kind geht nicht mehr alleine durch die Wohnung, geschweige denn vor das Haus.

Sein Zustand ist so bedenklich, das die Einweisung in die Psychiatrie erfolgt. Unser schwerster Weg, Taschen gepackt, Kuscheltiere neu aufgestockt. Das Zimmer mit Poster und Bilder heimisch gemacht. Bis zur Tür dürfen wir uns als Familie bezeichnen, dann bricht sie für sechs Monate auseinander.

Wir als Eltern dürfen zu Hause weinen, und unser Kind wird aufgefangen. Geburtstag in der Klinik, mit Freunden. Unser Kind beginnt zu zunehmen. Mit Freude kaufen wir neue Jeans, und erfreuen uns an jedem Lachen. Ein neues zu Hause wird gesucht, weg von der alten Schule. Raus aus dem Umfeld, das unser Kind so leiden ließ.

Neue Schule, die Befunde sind da, es ist amtlich: Angststörungen und Depressionen wegen Mobbing. Wir sind offen und transparent, stolz auf unser besonderes Kind. Die Direktorin nimmt uns ernst, verspricht, das es anders wird. Hoffnungsvoll wechselt unser Kind die Schule.

Jetzt ist das Kind 10 Jahre. Leider sind die Folgen von Mobbing noch lange nicht vorbei. Es ist sehr ängstlich, hält Konflikte kaum aus, ist schnell überfordert mit Eindrücken und Aufgaben. Drohende seelische Behinderung, eine kleine kaputte Seele, Traumata. Beendigung einer glücklichen Kindheit, die nicht einmal angefangen hat.

Und der Täter, mit seinen Helfern, hat keine Konsequenzen erlebt.

Das ist unsere Geschichte, kurz zusammen gefasst, vier Jahre auf vier Seiten.

Auch Emotionen zu beschreiben kommen dem Erlebten nicht wirklich nahe. Auch seine Geschwister haben unglaublich gelitten.

Aber warum ich das alles aufgeschrieben habe, hat einen Grund. Mobbing in der Grundschule ist keine Seltenheit. In der Klinikzeit begegneten uns Kinder, die Suizid-Versuche hinter sich haben, wegen der Grundschule. Keine pubertierende Teenager, sondern Kinder.

Die Belastung auf diesen Kindern und ihren Familien ist immens. Die Liste der Kinderpsychologen ist überfüllt und Wartezeiten bis zu einem Jahr keine Seltenheit.

Die Folgeerscheinungen von Mobbing sind so weitreichend, das sie noch im Erwachsenenalter als Last zu tragen sind. Es gibt keine Beratungsstellen, wo man sich über Rechte erkundigen kann, oder der Austausch mit anderen Eltern erfolgt.

Es ist schwer auszuhalten, das man ein gesundes Kind auf die Welt bringt und nach der Grundschulzeit ein seelisch behindertes zurück bekommt. Für die normale Regelschule sind viele Kinder zu traumatisiert, das Lehrerpersonal nicht weitreichend geschult. Förderschulen sind für normal geistige Kinder eine Unterforderung. Solche Kinder brauchen eine neue Form, und wir als Eltern Unterstützung.

(Der Brief ging an unzählige Prominente und Politiker um Paten für Barachiel zu finden)
bisher ohne Erfolg